"Wenn die Seele hungert, wird Essen schnell zum Kampf mit dem eigenen Ich."
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und viele ähnliche Worte tauchen immer öfter in den Medien auf.
Unter Ess-Störungen wird in der Literatur eine Erkrankung verstanden, die:
Die Gruppe der Essstörungen wird unterteilt in den Bereich
Im Volksmund werden Essstörungen auch als Esssucht bezeichnet.
Soweit so gut, doch was heißt das nun?
Vielleicht beschleicht Sie manchmal das Gefühl, Ihr Verhältnis zum Essen und zu Ihrer Figur ähnele auch eher einer Sucht, als einem normalen Verhalten. Sie haben da so eine beklommene Ahnung, vermuten vielleicht sogar schon essgestört oder esssüchtig zu sein, können dieses klamme Gefühl jedoch nicht genauer einordnen.
Als süchtig bezeichnet www.wikipedia.org das unabweisbare Verlangen nach einem bestimmten Erlebniszustand, als Folge eines gescheiterten Selbstheilungsversuches. Diesem Verlangen werden nach Verständnis der Weltgesundheitsorganisation die Kräfte des Verstandes untergeordnet. Es beeinträchtigt die freie Entfaltung der Persönlichkeit und zerstört die sozialen Bindungen und sozialen Chancen eines Individuums...
Das Fatale einer Sucht ist, nicht mehr selbst Herr oder Frau der Lage zu sein. Sie haben das Gefühl, jemand anderes als Sie selbst habe die Kontrolle über Ihr Leben übernommen. Na ja, vielleicht nicht über Ihr Leben, doch zumindest über Ihr Essverhalten.
Sie scheinen ein gestörtes Essverhalten zu haben, vielleicht sogar eine Essstörung zu haben, scheinen unter einer Esssucht zu leiden, was immer man darunter auch versteht.
Doch Sucht kommt letztendlich von Suche. Sie sind also auf der Suche nach etwas.
Meist reagieren Sie auf innere Spannungen oder auf innere, unangenehme Gefühle mit dem vertrauten Essritual.
Automatisch geht Ihre Hand zum Mund. In einer bestimmten Situation reagieren Sie wie ferngesteuert.
Sie reagieren auf unangenehme, scheinbar nicht Ihrer Kontrolle unterliegende Gefühle mit Essen oder mit Gedanken an Essen, Sorgen um die Figur oder Angst vor dem Dicksein.
Unsere Essstörung oder Esssucht bietet eine willkommene Flucht vor einer beängstigenden Realität, vor den wirklichen Problemen mit denen wir in unserem Alltag zu kämpfen haben.
Bei Problemen oder Konflikten die Sie als nicht lösbar empfinden, ist die Flucht in die Essstörung sehr hilfreich. Und es ist nicht nur die eigentliche Handlung des Essens, welche Sie als Sucht erleben, sondern Ihr gesamtes Denken kreist immer nur um das Thema Essen, oder um das erwünschte Nichtessen oder um Ihre Figur.
Essen, Esssucht, Essstörung oder auch Bulimie oder Magersucht bestimmen Ihr Leben. Ihre Besessenheit ist zu Ihrem Lebensmittelpunkt geworden. Und so leidvoll diese Essstörung auch ist, so notwendig ist es zu verstehen, dass zu einer bestimmten Zeit unseres Lebens diese Essstörung Ihnen gedient hat.
Sie war Ihr Mittel zum Überleben in einer Ihnen ansonsten unerträglich erscheinenden Situation.
Wenn Sie erkannt haben, essgestört, esssüchtig, also krank oder zumindest irgendwie essgestört zu sein, beginnen Sie nach einem Ausweg aus dem Dilemma zu suchen.
Eine Sucht dient letztendlich immer auch als Puffer vor eigenen, unangenehmen Gefühlen. Gefühlen, Ängsten,Sehnsüchten oder Wünschen, welche Sie zwar haben, die Sie sichaber nicht erlauben.
Gerade esssüchtige Frauen sind als Kinder oft besonders empfindsame Mädchen gewesen. Mädchen mit einem starken Gespühr für unerwünschte Zwischentöne.
Sie spürten sehr genau, wenn in der Familie etwas nicht so war, wie es schien. Und sie sprachen als kleines Mädchen diesen Unterschied im Schein und Sein auch an.
Doch diese große Sensibiltät für das, was zwischen den Zeilen steht, worüber keiner wirklich spricht, ist von den anderen Familienmitgliedern oft als Bedrohung empfunden worden.
Und so erhielten die betroffenen Mädchen die Botschaft, dass irgendwas mit ihrer Wahrnehmung nicht stimmt. Sie empfanden sich als "irgendwie anders" als die anderen, ohne dieses "Anders" genauer benennen zu können.
Von den anderen Familienmitgliedern wurden die kleinen Mädchen in dieser Wahrnehmung ihrer selbst bestärkt. Denn so konnte die Familie bzw. die Umgebung des kleinen Mädchens das "falsche Spiel" ungestört weiter spielen. Doch auf Kosten des kleinen Mädchens.
Denn dieses kleine Mädchen wollte nur eins: geliebt zu werden. Es spürte den Konflikt zwischen der eigenen Wahrnehmung und der Reaktion der anderen.
Doch im Laufe der Zeit überkommt Sie ein unbehagliches Gefühl der Leere. Und egal wie viel Sie auch essen, diese innere Leere scheint sich nicht füllen zu lassen.
Sie wissen nicht mehr, was Sie wirklich fühlen. Wie wissen nicht mehr wie es Ihnen wirklich geht. Sie sind von Ihrem Innersten abgeschnitten.
Dieses Bild, von dem Sie glauben, dass es von den anderen gewünscht und geliebt wird, hat wenig mit Ihrer eigentlichen Person zu tun.
In diesem Bild von Ihnen gelingt es Ihnen leicht, so zu sein, wie Sie glauben sein zu müssen. Eben perfekt. Nur hat dieses Bild wenig mit Ihnen selbst zu tun. Sie wissen innerlich, dass Sie nicht perfekt sind. Doch das darf niemand außer Ihnen wissen. Denn wenn die anderen entdecken, wer Sie wirklich sind, werden sie Sie abstoßend finden und Sie hassen.
Und so sind Sie perfekte Schauspielerin.
Niemand sieht das Leid in Ihrem Innersten.
Niemand kann erkennen, wie leer Sie sich fühlen.
Sie können Eigenschaften an sich akzeptieren, die Sie für "gut" halten. Denn schon früh in Ihrer Kindheit haben Sie ja gelernt was "gut" ist, welches Verhalten Ihnen Liebe und Anerkennung Ihrer Umwelt einbringt und welches nicht.
Und so haben Sie gelernt nur die Teile Ihrer Persönlichkeit zu repräsentieren, die diesem "guten" Menschen entsprechen. Alles andere unterdrücken und verdrängen Sie so gut es geht.
Doch auch diese unterdrückten Teile kommen immer wieder irgendwo zum Vorschein. Sie strengen sich an um so geduldig, so großzügig oder so verständnisvoll wie möglich zu sein. Weil Sie glauben, dass dies von Ihnen erwartet wird. Und so sind Sie dann vollkommen entsetzt darüber, sich selbst als kleinlich, gefräßig oder gar gierig zu erleben.
Sie würden so gerne so perfekt sein, und treten doch von einem Fettnäppchen in das andere.
Klar, Sie verachten sich oft selbst, Sie ekeln sich an, weil Sie so schwach sind, Sie leiden auch unter Ihrer Figur. Und doch bietet Ihre Essstörung Ihnen auch einen Schutz, einen Schutz vor Gefühlen und Wünschen, die Sie vielleicht wirklich nicht fühlen wollen, weil sie Ihr ganzes bisheriges Leben in Frage stellen würden.
Wie finden Sie einen Ausweg aus diesem Dilemma?
Vielleicht sind Sie es endlich leid, an einer Essstörung oder unter einer Esssucht zu leiden.
Vielleicht erkennen Sie, wie Ihre Essstörung Ihr Leben zerstört.
Vielleicht erkennen Sie, wie Ihre Essstörung Ihren Körper zerstört.
Vielleicht erkennen Sie, wie Ihre Essstörung Ihre Seele zerstört.
Vielleicht erkennen Sie auch, Ihre Essstörung ist nicht das Problem. Sie ist ein Symptom.
Ihre Essstörung verbirgt Ihre eigentlichen Nöte und Ängste.
Vielleicht ist es an der Zeit und Ihr Leidensdruck ist groß genug geworden, um die Tür zu Ihren unterdrückten Persönlichkeitsanteilen mit deren Wünschen und Bedürfnissen einmal aufzustossen.
Vielleicht trauen Sie sich einmal hinzuschauen:
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